Unternehmen ermöglichen oder fördern freiwilliges Engagement ihrer Mitarbeitenden für gemeinnützige Organisationen oder gesellschaftlich relevante Projekte (Corporate Volunteering). Dabei lassen sich zwei Formen unterscheiden: Erstens können Unternehmen organisierte Freiwilligeneinsätze anbieten, etwa als Team-Einsatz, als Bestandteil eines Weiterbildungsprogramms oder als jährlich vorgesehene Engagement-Möglichkeit. Diese Einsätze können freiwillig sein oder als verbindlicher Bestandteil eines Programms ausgestaltet werden. Zweitens können Unternehmen Mitarbeitenden Zeit oder Flexibilität gewähren, damit sie sich selbständig freiwillig oder ehrenamtlich engagieren können. In diesem Fall steht nicht ein vom Unternehmen organisierter Einsatz im Zentrum, sondern die Unterstützung individuellen Engagements, ähnlich wie bei der Vereinbarkeit von Beruf und politischem Amt.
Mitarbeitende engagieren sich konkret in gemeinnützigen Projekten und treten mit Menschen ausserhalb des Unternehmens und/oder zivilgesellschaftlichen Organisationen in Kontakt. Dadurch werden Beteiligung, Verantwortungsübernahme und Gemeinwohlorientierung sowie potenziell der Austausch mit Andersdenkenden gestärkt.
Langfristig stärkt die Förderung von freiwilligem Engagement (Corporate Volunteering) die Zivilgesellschaft, weil gemeinnützige Organisationen zusätzliche personelle Ressourcen, Reichweite und Sichtbarkeit erhalten. Die Mitarbeitenden entwickeln oder stärken ihr Bewusstsein für neue Sichtweisen und Probleme ausserhalb ihres unmittelbaren Tätigkeitsbereichs.
Grossunternehmen können auf strukturierte Programme setzen. Möglich sind digitale Plattformen, über die Mitarbeitende passende Einsätze bei gemeinnützigen Organisationen finden, ebenso wie zentral geregelte Freiwilligentage oder ein Freiwilligenurlaub. Dadurch können Mitarbeitende entweder an organisierten Einsätzen teilnehmen oder Zeit erhalten, um sich selbständig freiwillig oder ehrenamtlich zu engagieren. Budget, Freistellung und interne Koordination können dabei über HR oder eine zuständige Fachstelle geregelt werden.
Für KMU muss nicht zwingend ein eigenes Programm ausgestaltet werden. Naheliegend sind gemeinsame Einsätze, etwa ein «Social Team Day» bei einem lokalen Projekt. Ebenso denkbar sind flexible individuelle Lösungen, bei denen Mitarbeitende punktuell Zeit erhalten oder ihre Arbeitszeit anpassen können, um einem freiwilligen Engagement nachzugehen. Gerade in kleineren Betrieben kann dies informell und pragmatisch vereinbart werden, etwa wenn eine Person wegen eines ehrenamtlichen Einsatzes früher gehen oder Arbeitszeit verschieben muss.
UBS «Helpetica»
UBS betreibt mit «Helpetica» eine zentrale Plattform, über die Freiwilligeneinsätze in der Schweiz gefunden und gebucht werden können. Mitarbeitende können dafür im Rahmen des UBS-Freiwilligenprogramms bis zu zwei bezahlte Arbeitstage pro Jahr einsetzen.
Das Unternehmen erinnert seine Mitarbeitenden vor Abstimmungen oder Wahlen daran, ihre politischen Rechte wahrzunehmen und sich am demokratischen Prozess zu beteiligen. Dabei gibt es keine Abstimmungs- oder Wahlempfehlungen ab; im Zentrum steht die Motivation zur demokratischen Teilhabe. Zur Unterstützung der Meinungsbildung kann das Unternehmen auf neutrale Informationsquellen wie easyvote.ch, VoteInfo (App) oder Smartvote offizielle Abstimmungsunterlagen oder kantonale Informationsangebote hinweisen.
Die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden für anstehende Abstimmungen und Wahlen steigt, und die kurzfristige Beteiligung (Stimmbeteiligung/Wahlbeteiligung) wird erhöht.
Eine höhere und breiter abgestützte politische Beteiligung stärkt die demokratische Legitimation von Entscheidungen.
Grossunternehmen können dafür ihre bestehenden digitalen Kommunikationskanäle nutzen. Denkbar ist etwa ein kurzer Hinweis im Intranet, ein Beitrag im internen Newsletter oder eine interne Nachricht vor einem Abstimmungs- oder Wahltermin. Je nach Unternehmen kann diese Kommunikation von der Geschäftsleitung, HR oder Public Affairs verantwortet werden. Wichtig ist, dass direkt auf neutrale Informationsangebote verwiesen wird.
In KMU kann die Umsetzung einfacher und persönlicher erfolgen, zum Beispiel durch einen kurzen Hinweis der Geschäftsleitung oder der Personalabteilung in einer Teamsitzung, einen Aushang im Pausenraum oder eine interne Nachricht an die Mitarbeitenden.
Fiktives Beispiel:
Ein Schweizer Betrieb informiert vor Abstimmungen im Rahmen einer bestehenden Teamsitzung kurz über die anstehenden Termine und Vorlagen. Die Informationen werden neutral vermittelt und mit Hinweisen auf verständliche Informationsmaterialien ergänzt. Lernende könnten zusätzlich Zeit erhalten, diese Unterlagen gemeinsam zu sichten.
Das Unternehmen fördert aktiv die Ausübung eines politischen Amtes durch ihre Mitarbeitenden, indem den entsprechenden Mitarbeitenden bezahlte oder unbezahlte Zeit dafür zur Verfügung stellt. Diese Förderung ist im Schweizer Kontext mit Milizpolitiker:innen sehr relevant. Studien und Befragungen zeigen, dass ein politisches Engagement häufig unter anderem an fehlenden zeitlichen oder finanziellen Ressourcen scheitert (Derungs, 2021). Die Unterstützung kann formell im Personalreglement verankert oder individuell zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten vereinbart werden, etwa durch Zeitkontingnte, flexible Arbeitszeiten oder temporäre Pensumsanpassungen.
Mehr Mitarbeitende können ein politisches Amt übernehmen. Dadurch wächst innerhalb der Belegschaft die Anzahl Personen, die im Schweizer Milizsystem engagiert sind.
Die Massnahme stärkt und verbreitert die personelle Basis der Milizdemokratie. Dadurch können langfristig die Qualität und Legitimität politischer Entscheidungsprozesse sowie die gesellschaftliche Verankerung demokratischer Institutionen erhöht werden.
Grossunternehmen können die Unterstützung politischer Mandate formell regeln, etwa über Bestimmungen im Personalreglement. Denkbar wäre ein festes Kontingent bezahlter Abwesenheitstage pro Jahr oder eine temporäre Reduktion des Arbeitspensums bei gleichbleibendem Lohn. Aufgrund grösserer Teams lassen sich Stellvertretungen und Abwesenheiten meist einfacher organisieren.
Für KMU sind häufig individuellere Lösungen geeigneter, da der Ausfall einzelner Mitarbeitender in kleinen Teams stärker ins Gewicht fällt. Hier können pragmatische Vereinbarungen helfen, etwa flexible Arbeitszeitmodelle oder Jahresarbeitszeit, damit Sitzungen, Vorbereitungen und politische Verpflichtungen besser mit dem Arbeitsalltag vereinbar werden.
AXA Versicherung AG
Mitarbeitende mit einem politischen Mandat können in Absprache mit ihrer vorgesetzten Person bis zu 20 Prozent ihres Arbeitspensums für ihr Milizamt einsetzen. Damit wird die Unterstützung politischer Mandate im Unternehmen geregelt und mit den Anforderungen des Arbeitsalltags verbunden.
Unternehmen stärken die Voraussetzungen einer funktionierenden Demokratie, indem sie finanzielle Mittel, Materialien oder organisatorische Unterstützung für entsprechende Infrastruktur und Güter zur Verfügung stellen. Dazu gehören beispielsweise:
Kinder, Jugendliche, Eltern, Lernende, benachteiligte Gruppen, Bürger:innen oder Organisationen können einfacher an Bildung, Informationen und Beteiligungsangeboten teilhaben. Sie finden leichter Räume und Möglichkeiten, um sich auszutauschen, mitzureden und sich zu engagieren. Für die Mitarbeitenden des Unternehmens signalisiert die Massnahme, dass ihr Unternehmen Wert auf demokratische Gesellschaftsgrundgüter (Bildung, Chancengerechtigkeit etc.) legt. Stimmen diese Werte mit den persönlichen Überzeugungen der Mitarbeitenden überein, wird zudem die Identifikation der Mitarbeitenden mit den Unternehmenswerten gestärkt und ihr Commitment sowie ihre langfristige Bindung an das Unternehmen gefördert.
Langfristig trägt die Massnahme dazu bei, demokratische Rahmenbedingungen zu stärken: Sie erleichtert gesellschaftlichen Austausch, verbessert den Zugang zu Wissen, fördert Chancengerechtigkeit und unterstützt grundlegende institutionelle sowie zivilgesellschaftliche Strukturen.
Grossunternehmen können diese Massnahme über eigene Stiftungen, Förderprogramme oder längerfristige Partnerschaften mit Bildungsinstitutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen oder Forschungsinstitutionen umsetzen. Aufgrund ihrer Ressourcen und Reichweite können sie grössere Beiträge leisten, Projekte über mehrere Jahre begleiten oder eigene Förderstrukturen aufbauen.
Für KMU bietet sich eine stärker lokale und kooperative Umsetzung an. Sie können kleinere Förderbeiträge leisten, lokale Vereine oder Begegnungsorte unterstützen, Sachleistungen und Räumlichkeiten bereitstellen oder sich gemeinsam mit anderen Unternehmen an einem Fonds, Sponsoringprojekt oder einer regionalen Partnerschaft beteiligen.
Stiftung “Perspektiven” (Swiss Life):
Die von Swiss Life ins Leben gerufene Stiftung “Perspektiven” unterstützt gemeinnützige Initiativen in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Kultur und Sport und spendet jedes Jahr zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Franken an Projekte in der Schweiz. Die Stiftung investiert auch in lokale Projekte, wie beispielsweise den Verein Bildungsmotor in Zürich, der sich für Frühförderung von Kindern, Elternbildung und Lernbegleitung einsetzt.
https://www.swisslife.ch/de/ueber-uns/engagement/stiftungen/stiftung-perspektiven.html
UBS-Center for Economics in Society:
Die UBS gründete 2012 mit einer Spende das UBS Center for Economics in Society. Das Hauptziel liegt in der Förderung der volkswirtschaftlichen Forschung (neu gestiftete permanente Professuren, Vergabe von Stipendien für Nachwuchsforschende etc.) und in der Förderung des Austausches zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
https://www.ubscenter.uzh.ch/de/ueber_uns.html
Bollinger Bauspenglerei (Sanitäre Anlagen AG): “Lernende bauen Zukunft”
Die Bollinger Bauspenglerei beteiligte sich – gemeinsam mit anderen Betrieben - im Rahmen des Projektes “Lernende bauen Zukunft” am Umbau der Schule Thayngen. Die Lernenden aus unterschiedlichen Betrieben erschufen dabei gemeinsam einen modernen Lernraum.
https://lbz-sh.ch/schulethayngen/
Um den direkten Kontakt zwischen Wähler:innen und Politiker:innen herzustellen, kann ein Unternehmen zu Diskussionsrunden einladen. Um die Ausgewogenheit der Debatte zu gewährleisten, sollen Politiker:innen von unterschiedlichen Parteien berücksichtigt werden. Es ist zentral, dass die Diskussion von einer (in der Debatte) neutralen Person geleitet wird, die auf einen respektvollen Verlauf achtet. Falls Mitarbeitende im Unternehmen ein politisches Amt innehaben, können diese als Podiumsteilnehmende eingeladen werden.
Mitarbeitende setzen sich aktiv mit politischen Themen auseinander, lernen unterschiedliche Positionen und Argumentarien kennen und werden damit in ihrer Meinungsbildung unterstützt. Sie erleben eine respektvolle Debatte zu Sachfragen. Durch die Nähe zu politischen Mandatsträger:innen wird Politik konkret und erlebbar. Die Mitarbeitenden entwickeln zudem ein differenziertes Verständnis für politische Fragen.
Respektvolle und sachliche Debatten werden gefördert. Dies wirkt der emotionalen Polarisierung entgegen und trägt langfristig zu einer konstruktiveren demokratischen Streitkultur bei.
Grossunternehmen können Diskussionsformate als eigenständige Inhouse-Veranstaltungen durchführen, etwa in einem Auditorium oder als hybrides Format. So können auch Mitarbeitende an anderen Standorten per Livestream teilnehmen und über einen Chat Fragen einbringen. Je nach Thema können Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft eingeladen werden.
Für KMU bieten sich gemeinsam durchgeführte Formate an, beispielsweise zusammen mit anderen Unternehmen, Branchenverbänden oder lokalen Organisationen. Dadurch lassen sich Aufwand und Kosten teilen, während Mitarbeitende dennoch Zugang zu einem ausgewogenen politischen Austausch erhalten.
SBB Politdialog.
Die SBB organisiert regelmässige Politdialoge, an denen Mitarbeitende mit politischen Mandaten sowie externe Vertreter aus der Politik auf einem Podium über aktuelle politische Fragen diskutieren. Alle Mitarbeitenden der SBB können teilnehmen und Fragen stellen oder Inputs geben.
Am nationalen Politdialog 2026 wurde ein Arena-Format durchgeführt, das von Sandro Brotz (Moderator SRF Arena) geleitet wurde. Zu Gast waren vier Nationalrä:innen aus SVP, FDP, GLP und Grünen. Diskutiert wurde über die Subventionen von Nachtzügen.
Discuss it Streitgespräch
Discuss it organisiert moderierte Diskussionsveranstaltungen, bei denen Lernende direkt mit Politiker:innen ins Gespräch kommen. Dabei wird ein Raum geschaffen, in dem sich Lernende aktiv mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen auseinandersetzen, unterschiedliche Positionen kennenlernen und ihre eigenen Fragen und Perspektiven einbringen können.
Die Unternehmensleitung setzt sich durch öffentliche Stellungnahmen und kommunikative Aktivitäten aktiv für grundlegende demokratische Werte und Prozesse ein. Damit ist nicht die Forderung nach spezifischen politischen Massnahmen, sondern ein allgemeines Eintreten für demokratische Prinzipien gemeint. Dazu gehören beispielsweise Wahl- und Abstimmungsaufrufe, Stellungnahmen zur Bedeutung von demokratischen Institutionen wie Medien- oder Forschungsfreiheit, Plädoyers für einen respektvollen Dialog oder das Aussprechen gegen demokratiefeindliche Tendenzen.
Für Mitarbeitende, Kund:innen, Geschäftspartner:innen und die Öffentlichkeit schafft die öffentliche Stellungnahme Orientierung und setzt ein sichtbares Signal zugunsten demokratischer Grundwerte. Dies trägt dazu bei, dass das Bewusstsein für die Bedeutung demokratischer Prozesse und Grundwerte steigt. Die klare Positionierung der Unternehmensleitung stärkt zudem die Identifikation der Mitarbeitenden mit den Unternehmenswerten und fördert dadurch ihr Commitment sowie ihre langfristige Bindung an das Unternehmen.
Langfristig werden demokratische Werte im öffentlichen Bewusstsein gestärkt und die Zielgruppen beteiligen sich aktiver an der Demokratie. Ausserdem wird die gesellschaftliche Erwartung, dass Unternehmen Verantwortung für den Schutz demokratischer Grundlagen mittragen, gefestigt.
Grossunternehmen können Stellungnahmen über etablierte Kommunikationskanäle verbreiten. Neben eigenen Kanälen wie Intranet, Newsletter oder Social Media kommen auch externe Formate wie Medienmitteilungen, Gastbeiträge oder öffentliche Auftritte der Geschäftsleitung in Frage. Aufgrund ihrer Reichweite können solche Signale eine breitere Öffentlichkeit erreichen und auch gegenüber Mitarbeitenden, Kund und Partnern Orientierung schaffen.
Bei KMU ist die Reichweite meist kleiner, dafür kann die Kommunikation persönlicher und stärker lokal verankert sein. Eine Geschäftsführerin oder ein Inhaber kann sich beispielsweise an einer lokalen Veranstaltung, in einem Branchenverband, auf der Unternehmenswebseite oder in einem Beitrag in der Gemeindezeitung beziehungsweise im lokalen Tagblatt zu demokratischen Prinzipien äussern. Auch ein persönliches Schreiben an Mitarbeitende oder Kund ist denkbar. Entscheidend ist weniger die Grösse des Unternehmens als die Glaubwürdigkeit der kommunizierenden Person und der Bezug zum konkreten Umfeld.
Andreas Zivy nutzt seine Rolle als Unternehmer, um sich öffentlich für Demokratie, politische Bildung und gesellschaftliche Beteiligung starkzumachen. Er betont dabei demokratische Grundwerte wie Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und Verantwortung für das Gemeinwesen. Mit seiner Stiftung unterstützt er Projekte, die politische Bildung und demokratische Beteiligung fördern.
Unternehmen starten allein oder im Zusammenschluss mit anderen Unternehmen/Organisationen/Think Tanks Kommunikationskampagnen zum Thema Demokratie. Dafür erstellen sie Plakate, Videos, Social-Media Beiträge und ähnliche Inhalte. Die Kampagnen haben das Ziel, das Bewusstsein und das Verständnis der Öffentlichkeit für demokratische Grundwerte, die Funktionsweise und Institutionen der Demokratie zu stärken. Sie können unterschiedlich umfangreich ausgestaltet sein: als grössere Kommunikationsprojekte über mehrere Wochen oder Monate oder als punktuelle Formate zu bestimmten Anlässen, etwa zum Tag der Demokratie oder vor Wahlen und Abstimmungen. Inhaltlich eignet sich eine Kampagne, die zur Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen aufruft, besonders gut.
Für Mitarbeitende, Kund:innen und die breite Öffentlichkeit wird die Sichtbarkeit von demokratierelevanten Themen erhöht, weil die Kampagne konkrete Impulse zur Auseinandersetzung mit der Demokratie gibt. Die Kampagne erhöht das Wissen über die Demokratie und je nach Inhalt, das Problembewusstsein der Zielgruppen.
Langfristig werden demokratische Werte im öffentlichen Bewusstsein verankert und eine starke Demokratiekultur gefördert. Mitarbeitende, Kund:innen und die breite Öffentlichkeit sind sich des Wertes der Demokratie im Land bewusst. Ausserdem steigt die Identifikation der Mitarbeitenden mit den vom Unternehmen vertretenen Werten, was zu einer stärkeren Arbeiterbindung führt.
Für KMU kann es aus ressourcentechnischen Gründen attraktiv sein, Kampagnen in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen oder Organisationen zu erarbeiten.
GoVote2023 (CH):
GoVote2023 ist ein Beispiel für eine Kampagne, die demokratische Beteiligung fördert. Sie motivierte junge Erwachsene dazu, ihre politischen Rechte wahrzunehmen und bei den eidgenössischen Wahlen 2023 wählen zu gehen. Die Kampagne arbeitete mit verständlichen Informationen, Social Media und Materialien für Bildungsakteur:innen. Unternehmen können solche Kampagnen unterstützen oder selbst ähnliche Kampagnen lancieren, um mehr Menschen zur politischen Beteiligung zu ermutigen.
https://campusdemokratie.ch/govote2023/
Das Milizprinzip ist kein Auslaufmodell:
Im Rahmen der Initiative "Milizprinzip ist kein Auslaufmodell" von economiesuisse und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband bekannten sich über 200 Unternehmen und Verbände öffentlich zum Schweizer Milizprinzip. Begleitend zeigte die Initiative mit realen Praxisbeispielen, wie Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und politischem Engagement konkret unterstützen können. Damit verbindet die Initiative eine öffentliche Kommunikationskampagne mit der Darstellung praktischer Umsetzungsmöglichkeiten.
https://www.economiesuisse.ch/de/artikel/milizprinzip-ist-kein-auslaufmodell
Unternehmen fördern Zukunftsoptimismus und ein Gefühl von Selbstwirksamkeit bei ihren Mitarbeitenden und Lernenden, indem sie ihnen die Teilnahme an thematisch passenden Workshops anbieten. Die Teilnehmenden setzen sich mit möglichen Zukünften auseinander und entwickeln eigene Vorstellungen davon, wie ihre persönliche und die gemeinsame Zukunft aussehen könnte. Dabei beschäftigen sie sich beispielsweise mit Megatrends, entwickeln Zukunftsszenarien und reflektieren, welche Entwicklungen sie sich wünschen und welche Herausforderungen auf die Gesellschaft zukommen könnten.
Die Teilnehmenden erfahren, dass Zukunft nicht einfach vorgegeben ist, sondern von Menschen mitgestaltet wird. Sie lernen verschiedene formelle und informelle Möglichkeiten kennen, sich in Gesellschaft, Politik und Arbeitswelt einzubringen, und reflektieren, wo und wie sie selbst Einfluss nehmen können.
Der Workshop eignet sich insbesondere für Lernende und junge Erwachsene.
Mitarbeitende und insbesondere Lernende setzen sich aktiv mit ihrer eigenen und der gemeinsamen Zukunft auseinander und entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass sie Teil dieser Zukunft sind und diese mitgestalten können. Sie erweitern ihre Zukunftskompetenzen, insbesondere in den Bereichen Vorstellungsvermögen, Szenarien-Denken, vernetztes und systemisches Denken sowie Selbstreflexion. Gleichzeitig lernen sie konkrete Möglichkeiten kennen, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen, und stärken ihre wahrgenommene Selbstwirksamkeit.
Die Bevölkerung entwickelt mehr Vertrauen in ihre eigenen Möglichkeiten, gesellschaftliche und politische Entwicklungen mitzugestalten. Langfristig trägt dies dazu bei, dass sich mehr Menschen aktiv in Gesellschaft, Politik und Arbeitswelt einbringen und ihre Verantwortung als Mitgestaltende der gemeinsamen Zukunft wahrnehmen.
Für Grossunternehmen lässt sich ein Zukunftsgestaltungsworkshop gut in bestehende Programme für Lernende oder die Berufsbildung integrieren. Aufgrund der grösseren Anzahl Lernender kann der Workshop auch unternehmensübergreifend oder für Lernende verschiedener Standorte durchgeführt werden.
Für KMU bietet sich die Durchführung gemeinsam mit anderen Unternehmen an. Durch eine Kooperation können auch kleinere Gruppen gebildet und der organisatorische sowie finanzielle Aufwand geteilt werden.
Zukunftsgestaltungsworkshop von step into action
Der Zukunftsgestaltungsworkshop wurde als erstes konkretes Projekt des Unternehmensnetzwerks entwickelt und wird seit mehreren Jahren mit Lernenden der mitwirkenden Unternehmen durchgeführt. In einem halben Tag setzen sich die Teilnehmenden mit möglichen Zukünften auseinander, entwickeln eigene Zukunftsszenarien und reflektieren ihre Möglichkeiten, die Zukunft mitzugestalten. Der Workshop wird von step into action durchgeführt.
https://www.step-into-action.org/organisationen
Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden Bildungsformate an, die Medien-, Nachrichten- und Informationskompetenz stärken. Die Teilnehmenden lernen, Falschinformationen, Deepfakes und manipulative Inhalte besser zu erkennen, die Verbreitungslogik von Desinformation zu verstehen und die Rolle von Algorithmen, sozialen Medien und Echokammern einzuordnen. Ergänzend können die Bildungsangebote für digitale Hassrede und deren rechtliche Konsequenzen sensibilisieren.
Mitarbeitende sind kompetent und sicher im Umgang mit Nachrichten im digitalen Raum. Unter anderen prüfen sie Quellen kritisch und identifizieren Manipulationsversuche. Die Belegschaft entwickelt zudem ein Gefühl dafür, welchen Wert journalistische Medien tragen.
Schutz des faktenbasierten Diskurses als öffentliches Gut. Eine nachrichtenkompetente Belegschaft wirkt als Multiplikator in der Gesellschaft. Die Medien als zentrale vierte Gewalt in der Demokratie werden gestärkt und die Verbreitung von Desinformation wird schwieriger.
Grossunternehmen können diese Kompetenzförderung oft mit ihren bestehenden IT-Sicherheits- und Cyber-Security-Schulungen (z. B. Phishing-Sensibilisierung) verknüpfen und sie als digitale Pflichtkurse für die gesamte Belegschaft ausrollen.
KMU können bestehende, oft kostenlose Angebote von Medienhäusern oder öffentlichen Initiativen nutzen. Sie können beispielsweise ein kurzes, halbstündiges Impuls-Referat im Rahmen einer ohnehin stattfindenden Betriebsversammlung integrieren oder den Besuch einer interaktiven Ausstellung als gemeinsamen Firmenanlass aufgleisen. KMU können ausserdem bestehende E-Learnings oder externe Online-Angebote nutzen und diese bei Bedarf auch verpflichtend machen, insbesondere wenn Mitarbeitende in ihrem Arbeitsalltag viel online arbeiten.
Unternehmen fördern Kompetenzen für einen konstruktiven demokratischen Diskurs, indem sie Trainings zu Argumentation, Debatten, Verhandlung und Konfliktbearbeitung anbieten. Mitarbeitende üben dabei, unterschiedliche Positionen nachzuvollziehen, Argumente sorgfältig vorzubereiten und abzuwägen, Kompromisse zu finden und auch bei gegensätzlichen Meinungen respektvoll zu kommunizieren. Beispiele für entsprechende Trainings sind:
Mitarbeitende erwerben Sicherheit in schwierigen Gesprächen, können sachlich und respektvoll argumentieren und debattieren und lernen das inhaltliche Problem und den Menschen dahinter voneinander zu trennen. Dies führt zu weniger emotionalen Stress bei Meinungsverschiedenheiten und schärft ihr kritisches Denken gegenüber manipulativer Rhetorik.
Mitarbeitende tragen die respektvolle Debattenkultur in ihre privaten und politischen Netzwerke weiter. Die gesellschaftliche Diskussionskultur verbessert sich. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten werden respektvoll und gewaltfrei ausgetragen, was emotionaler Polarisierung entgegenwirkt.
Grossunternehmen können solche Trainings gut an bestehende Führungskräfteentwicklungen, Talent-Programme oder Weiterbildungsangebote anbinden. Aufgrund ihrer Grösse können sie eigene Inhouse-Workshops mit externen Moderator:innen organisieren.
Für KMU bieten sich externe Seminare, branchenübergreifende Angebote oder gemeinsame Trainings mit anderen KMU an.
YES (Young Enterprise Switzerland):
Im interaktiven Workshop «Jugend debattiert» lernen Teilnehmende aktuelle Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und wirkungsvoll zu debattieren. Die Methode vermittelt praxisnah Recherchestrategien, das Gewichten von Argumenten sowie respektvolles Zuhören.
https://yes.swiss/programme/jugend-debattiert
Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden strukturierte Bildungsformate an, die Grundlagen des politischen Systems der Schweiz vermitteln. Im Zentrum stehen dabei etwa der Aufbau und die Funktionsweise des schweizerischen politischen Systems, das Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie die wichtigsten Akteur:innen und Prozesse. Dazu gehört auch ein Verständnis über Abstimmungen, politische Rechte der Bürger:innen und politische Entscheidfindungen.
Mitarbeitende verstehen politische Prozesse und komplexe Zusammenhänge besser. Sie fühlen sich bereit, politisch teilzuhaben und sind weniger anfällig für populistische Vereinfachungen.
Informierte Bürger:innen und Einwohner:innen beteiligen sich häufiger politisch und haben mehr Vertrauen in politische Institutionen. Langfristig wird die Qualität demokratischer politischer Prozesse gestärkt.
Grossunternehmen können standardisierte Bildungsangebote direkt in ihr Learning-Management-System integrieren, wo diese für alle Mitarbeitenden als Weiterbildung buchbar sind und/oder spezifische Bildungsangebote zum festen, obligatorischen Bestandteil von Onboarding-Programmen für Lernende oder Trainees machen.
KMU können den gemeinsamen Besuch lokaler Bildungsangebote als Teamevent organisieren. Alternativ können sie Mitarbeitenden den Besuch zentral organisierter Weiterbildungsformate ermöglichen, ohne selbst ein eigenes Angebot entwickeln zu müssen.
Mitarbeitende erkunden gemeinsam Orte, welche die Schweizer Demokratie greifbar machen. Solche Aktivitäten machen politische Institutionen, historische Entwicklungen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse anschaulich erfahrbar. Sie ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu demokratischen Prozessen und Institutionen und können das Verständnis für politische Teilhabe vertiefen.
Die aktive Auseinandersetzung mit demokratischen Institutionen, gesellschaftlichen Fragen und/oder der Geschichte führt zu einer Zunahme im politischen und gesellschaftlichen Interesse und Verständnis innerhalb der Belegschaft.
Die Identifikation mit demokratischen Institutionen und Werten werden gestärkt. Langfristig trägt dies zur Stabilität und gesellschaftlichen Verankerung der Demokratie und der Demokratiekultur in der Schweiz bei.
Für Grossunternehmen lassen sich diese Aktivitäten gut in bestehende Programme für Lernende, Trainees oder Nachwuchsführungskräfte integrieren. Sie können als Teil von Einführungstagen, Weiterbildungsmodulen oder internen Entwicklungsprogrammen organisiert werden und bieten die Möglichkeit, demokratische Institutionen ausserhalb des Arbeitsalltags konkret kennenzulernen. Ebenso können sie als Team-Event für einzelne Abteilungen oder standortübergreifende Gruppen umgesetzt werden.
Für KMU eignen sich solche Aktivitäten eher als gemeinsames Team-Erlebnis, beispielsweise im Rahmen eines jährlichen Ausflugs oder eines halbtägigen Workshops. Der organisatorische Aufwand bleibt überschaubar, gleichzeitig kann die gemeinsame Aktivität den Austausch und Zusammenhalt im Team fördern.
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