«Corporate Democratic Responsibility»

Unternehmen agieren in einem politischen Rahmen. Als «Corporate Citizens» sind sie eine Art Mitbürger:innen unseres Staates. Denn von den wichtigen Prinzipien einer Demokratie wie vielfältigen Mitsprachemöglichkeiten, freien Medien, der Gewaltentrennung und einem funktionierenden Rechtssystem profitieren auch Unternehmen. Sie sind ebenfalls besorgt, wenn die Demokratie bedroht ist und autoritäre oder autokratische Tendenzen im Aufwind sind. Und sie können – und wollen – Verantwortung für die Demokratie übernehmen (Corporate Democratic Responsibility).

Viele Unternehmen engagieren sich bereits für Umwelt- oder Sozialthemen (Corporate Social Responsibility). Politisches Engagement im engeren Sinne – etwa zu Abstimmungen oder Wahlen – wird hingegen oft bewusst vermieden. «Demokratische Verantwortung» und «politisches Engagement» kann jedoch breiter verstanden werden: Sie bedeutet nicht parteipolitische Positionierung, sondern Einsatz für das Funktionieren der Demokratie als politisches System.

Denn zu einer lebendigen demokratischen Kultur gehört es, sich eine Meinung zu bilden, respektvoll zu diskutieren, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Diese Fähigkeiten müssen gelernt und geübt werden. Unternehmen bieten dafür ideale Voraussetzungen: Hier kommen täglich Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Erfahrungen und Meinungen zusammen – in Meetings, an Weiterbildungen oder an der Kaffeemaschine.

Hier setzt das Netzwerk «Unternehmen für Demokratie» an:
Um ihre demokratische Verantwortung wahrzunehmen, haben sieben Pionierunternehmen 2023 gemeinsam mit Pro Futuris das Netzwerk «Unternehmen für Demokratie» gegründet. Das Netzwerk ermöglicht Austausch über demokratisches Engagement, gemeinsame Projekte und Veranstaltungen sowie konkrete Angebote für Lernende. Gleichzeitig macht es das Engagement von Unternehmen für die Demokratie sichtbar. Seit der Gründung wird das Netzwerk kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert.
Zu den Tätigkeiten

Weiterführendes von
Pro Futuris zu «Corporate Democratic Responsibility»

Gastkommentar in der NZZ (September 2025)
In einem Gastkommentar in der NZZ reflektieren Isabel Schuler und Andreas Müller über die Rolle der Wirtschaft in einer Demokratie, die zunehmend unter Druck steht. Ihre Botschaft: Auch Unternehmen sind Corporate Citizens und tragen Mitverantwortung für das Funktionieren des demokratischen Systems.

Studie zur demokratischen Verantwortung von Unternehmen
Im Rahmen eines Capstone Kurses im Auftrag von Pro Futuris erforschen Studierende des Instituts für Politikwissenschaften der Universität Zürich das Thema Corporate Democratic Responsibility weiter. Ziel der Studie ist es, Möglichkeiten für demokratisches Engagement von Unternehmen zu identifizieren und Erwartungen der Bevölkerung an das demokratische Engagement von Unternehmen zu untersuchen. Der Kurs startete im Februar 2026. Die Veröffentlichung der Studie ist für Januar 2027 geplant.  

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